Gabriele Weingartner

Die Hunde im Souterrain

Roman

Felice und Ulrich sind ein Liebespaar – sie Studentin, er junger Professor der Freien Universität Berlin, intellektuell versiert, glücklich. Sie verbringen zwei Jahre an der amerikanischen Ostküste, wo der Politologe Ulrich mit einem Stipendium forscht und sie sich in hochkarätigen universitären Kreisen bewegen, wo man Weltpolitik buchstäblich als Konstruktion begreift. Dann jedoch geschieht etwas, was Ulrichs Leben für immer verändert. In einer unaufhaltsamen Abwärtsspirale trudelt er der Katastrophe entgegen und setzt seinem Leben schließlich ein Ende. Felice bleibt als vergeblich Fragende und dann radikal Vergessende zurück, bis Jahrzehnte später eine Kiste mit Schriftstücken sie zwingt, in die Vergangenheit, nach New York und Boston zurückzureisen, um herauszufinden, warum und wohin Ulrich damals verloren ging. Was hatte es mit den Hunden im Souterrain auf sich, die Ulrich so besessen in Schach halten wollte? Führte Ulrich ein Doppelleben? Wer wusste mehr als Felice, damals in jenen fernen, traumverlorenen Zeiten, als man sich in Ironie erging und sich das Leben mit literarischen Zitaten schöner färbte?

Buch

weingartner hundeISBN 978-3-99039-020-7
Gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen
312 Seiten
lieferbar

€ 21,90 A/D, CHF 29,90 UVP

E-Book

weingartner hunde ebookISBN 978-3-99039-021-4
EPUB
312 Seiten
lieferbar

€ 9,99 A/D, CHF 12,– UVP

Pressestimmen

„Ein großartiges Stück Erinnerungsarbeit an die siebziger Jahre, die nicht so befreit waren, wie nachträglich imaginiert, leistet Gabriele Weingartner in „Die Hunde im Souterrain“. In diesem Roman bekommt man aber zudem eindrucksvoll vorgeführt, wie harmlos, wie brav, wie autoritätsfixiert die Generation der Studentenrevolte, zumal ihr universitärer Teil, in Wirklichkeit gewesen ist. Ulrich gehört zwar nicht zu den Revoltierenden, ist aber auch Mitglied dieser Generation und durchaus ihr Repräsentant. [...] Spezifisch im universitären Bereich war der Muff von tausend Jahren auch weiterhin unter den Talaren zu riechen. Ob man nun dagegen aufstand oder versuchte, innerhalb dieses Bereichs Karriere zu machen, beides führte oft genug direkt ins Unglück. Gabriele Weingartners Roman zeigt das sehr deutlich und muss, weil sie erzählen kann, dabei nicht eine einzige These aufstellen.“
Jochen Schimmang, taz

„Weingartner ist ein eindrückliches Portrait von Schuld und Scham gelungen.“
Alena Heinritz, Allgemeine Zeitung

 „Der souverän erzählte Roman schöpft seine Spannung aus der erst ganz allmählichen Aufklärung der Lebenstragödie des damals jungen Paares und überzeugt auch in seiner bildhaft-prägnanten Sprache.“
Ronald Schneider, ekz.bibliotheksservice

„Und auch sprachlich zeigt der Roman Gabriele Weingartner auf der Höhe ihrer Schaffenskraft. Ein Satz wie „Die sexuelle Revolution, die uns angeblich umbrandete, hat nicht einmal an unseren Zehen geleckt“, muss einem erst einmal einfallen und ist doch nur ein Beispiel für viele.“
Holger Pöschl, Die Rheinpfalz

„Ein literarisches Festmahl!“
Rochus Groß, SWR2-Lesezeichen

„Was für ein feinnerviges Liebesgeschichtsbuch der Roman doch ist. Jetzt geht einem auch auf, warum ein Auszug des in einem kleinen österreichischen Verlag erscheinenden Werks vergangenes Jahr für den großen Döblin-Preis nominiert war. Damals war das eine Überraschung. Jetzt nichtmehr.“
Markus Clauer, Die Rheinpfalz

„Eine traurige Geschichte, aber mit einer solchen Leichtigkeit erzählt, dass man sie geradezu vergnügt gelesen hat, wie man am Ende verwundert feststellt.“
Walter Klier, Wiener Zeitung

„Felice vor allem erzählt den Roman „Die Hunde im Souterrain“, mal in der ersten, mal in der dritten Person, ständig wechselnd zwischen den siebziger Jahren und der Gegenwart, zwischen Berlin, Cambridge, New York - leichthin, ja kunstvoll in der Tradition des psychologischen Realismus komponierend, manchmal etwas redselig, oft ironischen Tons, mit Erstaunen und einem gewissen Unbehagen vor dem, was sie zu berichten hat.“
Michael Buselmeier, SR Saarländischer Rundfunk

„Durchweg erweist sich die Autorin zudem als „femme de lettre“, indem dem Leser zahlreiche Schriftsteller und Künstler begegnen und er sich getestet fühlen könnte, ob er über sie Bescheid weiß, etwa über Max Frisch, Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Emily Dickinson, Oskar Werner, Albert Camus, August von Platen, Stefan George, Heinrich Heine. Felice bzw. die Verfasserin gesteht dann auch „wegen ihrer Belesenheit extrem anfällig für Assoziationen“ zu sein. Auch im Bereich der Musik kennt sie sich aus, und so treffen wir u.a. auf auf Franz Schubert, Leonard Bernstein und Glenn Gould.
Besonders die Sensibilität der Autorin für die Nuancen von Stimmungen, Seelenzuständen, Verfassungen der handelnden Personen machen ihr Buch äußerst lesenswert. Falls jemand etwas ungeduldig sein sollte, weil er das Rätselhafte, Geheimnisvolle schneller entschlüsselt haben möchte, empfiehlt sich ein zweiter Lesedurchgang, bei dem er nun die delikate Sprache des Buches intensiver genießen und sich in Ruhe auch auf Exkurse einlassen kann.“
Gerd Forster, Chaussée

„Die tragische Geschichte von Felice und Ulrich, der Abstieg Ulrichs in eine selbst geschaffene Hölle, die er mit anklagenden Schatten bevölkert, die nie versiegende Liebe „Filitschis“, ist eingebettet in den mit akribischer Orts- und Sachkenntnis, mit viele Atmosphäre gestalteten Hintergrund des amerikanischen Universitätsmilieus. Die Handlung ist eng verwoben mit Zeitgeschichte, mit dem Problem einer (un)möglichen Vergangenheitsbewältigung und den internationalen, kulturellen Ereignissen und literarischen Neuheiten der siebziger Jahre. Die verschiedenen Zeit- und Ortsebenen sind kunstvoll miteinander verknüpft. Schicht für Schicht der Vergangenheit wird behutsam abgehoben und die so entstandenen Erinnerungssplitter zu einer fortlaufenden Geschichte gestaltet. Eine gewisse Leichtigkeit und zugleich Gewichtigkeit des Erzählens und der rhythmische Fluss der klaren nuancierten Sprache machen diesen neuen Roman Gabriele Weingartners zu einem Lesegenuss.“
Emma Guntz, Dernière Nouvelles d’Alsace

„Gabriele Weingartner verschachtelt die Zeitebenen raffiniert in Boxen der Enthüllung und Verpackung. Indem eine Sache klar gelegt wird, verschwindet sie auch schon wieder als Erzählstoff.“
Helmuth Schönauer